HomePflegerische Leitlinien und Standards

Hintergrund

Grundlage der Datenbank

Grundlage der Datenbank bilden wissenschaftliche Recherchen und Auswertungen von Prof. Dr. Gabriele Meyer (Universität Halle/Wittenberg), Dr. Ralph Möhler (Cochrane Deutschland) und Cäcilia Krüger (Universität Witten/Herdecke)

Funktion und Begriffe „Pflegerische Leitlinien und Standards“

Pflegerische Leitlinien und Standards haben die Funktion, das beste verfügbare Wissen für die professionelle Pflege zusammenzufassen, geltende Qualitätsmaßgaben für die Pflegepraxis zu beschreiben und letztlich Qualitätsverbesserungen in der Pflegepraxis zu bewirken.

Leitlinien sind „systematisch entwickelte, wissenschaftlich begründete und praxisorientierte Dokumente, die Entscheidungshilfen bei speziellen gesundheitlichen Problemen bieten. Die Entwicklung dieser Dokumente soll festgelegt und transparent dargestellt sein und Orientierungshilfe im Sinne von Handlungs- und Entscheidungskorridoren liefern“ (vgl. ÄQZ, 2007).

Der Begriff Standard entstammt der internationalen Diskussion der WHO, dem ICN und EuroQUAN. Pflegestandards geben die Zielsetzung und das Qualitätsniveau komplexer pflegerischer Aufgaben, sowie Handlungsspielräume und -alternativen vor und eignen sich für Pflegehandlungen mit hohem Interaktionsanteil. Sie sind daher nicht mit Handlungsrichtlinien (procedures) zu verwechseln, die auf genaue Beschreibungen von Handlungsabläufen, technischen Anweisungen oder Anweisungen zur Hygiene ausgerichtet sind (vgl. Schiemann 1993, Schiemann & Moers 2011).

Übergeordnete Bedeutung kommt den Expertenstandards des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung (DNQP) zu. Expertenstandards werden hier als „professionell abgestimmtes Leistungsniveau“ verstanden, „das dem Bedarf und den Bedürfnissen der damit angesprochenen Bevölkerung angepasst ist und Kriterien zur Erfolgskontrolle dieser Pflege mit einschließt. Expertenstandards geben die Zielsetzung komplexer, interaktionsreicher pflegerischer Aufgaben sowie Handlungsalternativen und Handlungsspielräume in der direkten Patienten bzw. Bewohnerversorgung vor. Sie erheben den Anspruch, wirksame Instrumente der Qualitätsentwicklung zu sein und durch aktiven Praxis-Transfer zur Entwicklung und Professionalisierung der Pflege beizutragen (Moers & Schiemann 2004; Schiemann & Moers 2005).

Allgemein haben Leitlinien und Standards auch eine rechtliche Relevanz, da sie für richterliche Entscheidungen herangezogen werden können. Die Anwendung der Nationalen Expertenstandards des DNQP wird im Rahmen der Qualitätsprüfungen durch die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung überprüft. Weitere übergeordnete Bedeutung kommt den im Auftrag von den Vertragsparteien nach § 113 SGB XI zu entwickelnden Expertenstandards zu. Sie haben nicht nur rechtliche Relevanz sondern eine konkrete leistungsrechtliche Funktion – sie werden für alle Pflegeheime und Pflegedienste und ebenso für Pflegekassen und deren Verbände in Deutschland unmittelbar verbindlich.

Quelle: Dokumentation ZQP-Expertenworkshop Pflegerische Leitlinien und Standards – aktueller Stand und künftige Aufgaben: Download
Weitere Informationen aus dem ZQP-Projekt Pflegerische Leitlinien und Standards finden Sie hier:
http://www.zqp.de/index.php?pn=project&id=22

Funktion und Begriff „HTA-Berichte“

HTA-Bericht (Health Technology Assessment) bezeichnet die systematische wissenschaftliche Bewertung gesundheitsrelevanter Maßnahmen (Impfungen, medizinische Behandlungen, Vorsorgemaßnahmen, etc.) und untersucht die Wirksamkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit sowie soziale, ethische, juristische und organisatorische Auswirkungen einer gesundheitlichen Intervention. HTA Berichte dienen als Grundlage für Entscheidungen im Gesundheitssystem z.B. in der Politik oder bei ärztlichen Behandlungen. Die Deutsche Agentur für Health Technology Assessment (DAHTA) des DIMDI veröffentlicht HTA-Berichte. Sie decken verschiedene Themen aus Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation, Pflege oder Methodik ab.

Quelle: Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (2013),
http://www.dimdi.de/static/de/hta/index.htm