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Leitlinien, Standards, HTA-Berichte

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Pflegerische Leitlinien und Standards

Pflegerische Leitlinien und Standards dienen dazu, das beste verfügbare Wissen für die professionelle Pflege zusammenzufassen, geltende Qualitätsmaßgaben für die Pflegepraxis zu beschreiben und letztlich Qualitätsverbesserungen in der Pflegepraxis zu bewirken.

Leitlinien sind Dokumente, die auf wissenschaftlicher Basis systematisch entwickelt wurden. Sie sollen in der Praxis als Handlungs- und Entscheidungshilfen bei spezifischen gesundheitlichen Problemen dienen.

Pflegestandards legen die Zielsetzung und das Qualitätsniveau komplexer pflegerischer Aufgaben fest. Dabei werden für das Handeln Spielräume und Alternativen vorgegeben. Sie eignen sich insbesondere für Pflegehandlungen mit hohem Interaktionsanteil. Besondere Bedeutung kommt dabei den Expertenstandards des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) zu. Sie halten ein professionell abgestimmtes Leistungsniveau fest, das dem Bedarf und den Bedürfnissen der betreffenden Zielgruppe angepasst ist und Kriterien zur Erfolgskontrolle mit einschließt. Außerdem haben sie den Anspruch, wirksame Instrumente der Qualitätsentwicklung zu sein und durch aktiven Praxis-Transfer zur Entwicklung und Professionalisierung der Pflege beizutragen.

Leitlinien und Standards haben rechtliche Relevanz. Sie können etwa für richterliche Entscheidungen herangezogen werden. Außerdem überprüfen die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung und der PKV-Prüfdienst im Rahmen ihrer Qualitätsprüfungen, ob die Expertenstandards des DNQP angewendet werden. Darüber hinaus haben nach § 113 SGB XI entwickelte Expertenstandards nicht nur rechtliche Bedeutung, sondern eine leistungsrechtliche Funktion. Sie werden für alle Pflegeheime und Pflegedienste und ebenso für Pflegekassen und deren Verbände in Deutschland unmittelbar verbindlich.

Weitere Informationen sind in der Dokumentation zum ZQP-Expertenworkshop „Pflegerische Leitlinien und Standards – aktueller Stand und künftige Aufgaben“ enthalten.

HTA-Berichte: Begriff und Funktion

Ein sogenanntes Health Technology Assessment (HTA) bezeichnet die systematische wissenschaftliche Bewertung gesundheitsrelevanter Maßnahmen wie Impfungen, medizinische Behandlungen, Vorsorgemaßnahmen. Untersucht werden die Wirksamkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit sowie soziale, ethische, juristische und organisatorische Auswirkungen einer gesundheitlichen Intervention. HTA-Berichte dienen als Grundlage für Entscheidungen im Gesundheitssystem, zum Beispiel in der Politik oder bei ärztlichen Behandlungen. Die Deutsche Agentur für Health Technology Assessment (DAHTA) des DIMDI veröffentlicht HTA-Berichte. Sie decken verschiedene Themen aus Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation, Pflege oder Methodik ab.

Weitere Informationen zu HTA-Berichten bietet die Webseite des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information.